Heute wieder ein bißchen länger geschlafen (8.15 Uhr). Dann packten wir unsere sieben Sachen ins Auto, schauten nach Briefmarken im Post Office von Jasper, holten uns Tipps für eine letzte Wanderung im Visitor Information Centre und kauften noch im nahegelegenen Supermarkt ein. Unser erstes Tagesziel war heute der Plain of Glacier Loop. Dazu fuhren wir nochmals den Icefield Parkway nach Süden, dann gleich auf die 93 A und anschließend auf die, im miserablen Zustand, Mount Edith Cavell Road. Die nächsten 16 km war es erklärtes Ziel, an den Schlaglöchern vorbeizuzielen. Kurz vor dem Parkplatz bekamen wir noch einen Biber auf der Straße zu sehen, der sich dort sonnte. Um 10 Uhr waren noch wenige Autos auf dem Parkplatz. Wir liefen zuerst den oberen Weg entlang durch die Steinwüste in Richtung Carvell-Gletscher. Die Sonne scheint zum Glück und es boot sich uns ein herrlicher Blick auf den davorliegenden Gletschersee, den Cavell Gletscher, den Ghost Gletscher und den Angel Gletscher. Wir wagten uns über die zahlreichen Steine bis an den Gletscher heran, der sich vor uns ca. 20 Meter hoch auftürmte. Das Eis des Angel Gletscher hoch über uns auf dem Berg knackte ab und zu, so dass wir uns wieder schnell aus dem Staub machten. Zurück nahmen wir dann den unteren Weg. Angegeben war der Loop mit 45 Minuten, da es aber so viel zum Staunen gab, brauchten wir 75 Minuten. Zurück am Parkplatz, der mittlerweile komplett gefüllt war, zogen wir wieder die Wanderschuhe aus. Auf dem Rückweg, überholten wir noch einen Skateboardfahrer (!) auf dem Weg nach unten. In Jasper tankten wir noch kurz und fuhren dann den Yellowhead Highway nach Westen. Dazwischen überquerten wir den Continental Divide, die Wasserscheide zwischem dem Pacific und dem Atlantischen Ozean. Außerdem überquerten wir die Zeitgrenze von Mountain Time zu Pacific Time und die Grenze zwischen Alberta und British Columbia. Unser nächster Stopp war dann am Mount Robson Information Centre. Barbara kaufte sich eine Bärenglocke. Leider war der Mount Robson, der höchste Berg der Rocky´s mit fast 4000 Metern komplett in Wolken gehüllt. Nach unserer kurzen Rast, entschieden wir uns für den Overlander Falls Trail, ein kurzer Wanderweg zu gleichnamigen Wasserfällen des Fraser Rivers. Bereits unten angekommen fing es zu Tröpfeln an, wir spurteten sofort zurück. Wir schafften es nicht ganz, es schüttete aus Eimern. Tropfnass kamen wir am Auto an, trockneten uns und fuhren zurück zum Visitor Centre. Leider war der Mount Robson immer noch nicht zu sehen. Im Visitor Centre lag eine Statistik darüber aus, wie oft der Berg zu sehen ist. Nur 50% des Jahres ist er zu sehen. Wir setzten unsere Reise im Regen fort. Bei Tête Jaune Cache hörte es dann zu Regnen auf. Vor uns lag dann zwei Stunden Autofahrt bis Clearwater. Hier links und rechts auf den Bergen konnten wir schon mal die Abrodungen durch die Holzindustrie verfolgen. Ansonsten hieß es: fahren, fahren, fahren. In Clearwater hielten wir kurz am Visitor Centre, dass aber kurz drauf, um 17 Uhr schloss. Dann nahmen wir die Straße in die Einsamkeit - in den Wells Gray Park. Auf der Strecke konnten wir noch kurz einen kleinen Schwarzbären und eine Herde Bison´s sehen. An unserer Unterkunft für zwei Nächte, der Helmcken Falls Lodge, kamen wir dann um 18 Uhr an und packten unsere Koffer aus. An der Rezeption bekommen wir sogar auf Deutsch eine Tourempfehlung für den nächsten Tag. Um 19 Uhr gingen wir dann Abendessen in den ersten Stock der Lodge. Dort hing ein riesiger ausgestopfter Elch über dem Buffett - beeindruckend. Es gab Gemüselasagne oder Lachs - lecker. Gegen 21.30 Uhr strichen wir für heute die Segel.
Jasper - Mount Edith Cavell: sonnig, 23° C
Ab Mount Robson: bedeckt mit Regenschauer 20°C
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