Abraham
Die Geschichte von Hiob
Johannes der Täufer
 
12Und der Herr sprach zu Abram: "Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
2 Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. An dir soll sichtbar werden, was es bedeutet, wenn ich jemand segne. 3 Alle die dir und deinen Nachkommen Gutes wünschen, haben auch von mir Gutes zu erwarten. Aber wenn jemand euch Böses wünscht, bringe ich Unglück über ihn. Alle Völker der Erde werden Glück und Segen erlangen, wenn sie dir und deinen Nachkommen wohlgesonnen sind."
4 Da zog Abram aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog.
 
  • Also im Film hört Abram eine Stimme....Abram, Abram ruft sie, immer wenn Abram zur Ruhe kommt. Er ist ganz verstört, ja Herr was willst du? - würde solches, heute so geschehen, der "Kranke" würde bald von Männern in weißen Kitteln abgeholt werden, Stimmen hm... reif für die Psychatrie! Auch seiner Frau Sarai war das nicht mehr ganz geheuer, aber als Frau hatte sie ihren Mann ernst zu nehmen.
  • Abraham stammte aus einer reichen Familie, es fehlte ihm an nichts, oder doch? Er sah und  er erlebte noch den Reichtum Mesopotamiens, war in der größten damaligen Kultur, Religion war etwas Selbstverständliches, für alle Lebenssituationen gab es Götter, man mußte sie nur hin und wieder mit einem Opfer beschwichtigen!
  • Kein besonderes "christliches" Wesen wird Abraham nachgesagt, er könnte auch als moralischer Tugendapostel nicht herhalten, kein Wohltäter, der Arme speist, der bestimmte Gebote hält, nein, von all dem wird  von Abraham nichts berichtet. Kein Vorbild, nein ein Aussteiger, ein Assylant im heutigen Sprachverständnis - und doch, Gott will ihn segnen und durch Abraham selbst, sollen alle Geschlechter gesegnet werden. Vielleicht war Abraham so gesegnet, weil er der Stimme folgte, bereit war, ein riskantes Wagnis einzugehen, aller logischer Vernunft nach selbstgewählter Sicherheit abschwor, eine große Sehnsucht nach etwas Wahrem, Ewigem verspürte.

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  • Abraham wird  ein Glaubensvater genannt, weil mit Abraham, sich Gott eine Person, ein Volk erwählt, und weil Abraham dieser Erwählung Glauben schenkt - er wird ein Freund Gottes genannt, weil er mit Gott sprechen kann wie mit einem Freund, weil er immer wieder Dinge, Ansichten und Vertrauen riskiert, die nur mit Glauben und Vertrauen zu bestehen sind und nicht unbedingt Werke erfordern, die mit Menschenhänden gemacht sind. Später wird es von ihm heißen, Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur (göttlichen) Gerechtigkeit gezählt worden. Ist nicht in unserem christlichen Verständnis von Gerechtigkeit  oft ein ein Unterschied?

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 Alles beginnt damit, daß Gott zu Abraham spricht. Unsere Generation vermutet hinter Gott - Wenn sie noch mit seiner Existenz rechnet - eher ein stummes Prinzip, eine weltentrückte "Göttlichkeit". Bei Abraham ist es anders. Hier ist Gott einer, der den Abraham ruft, der Kontakt mit ihm sucht, der einen Weg weist, auf dem er Abraham prüft - und durch seine Prüfungen und Weisungen nach einer gemeinsamen Geschichte mit diesem Menschen sucht.
Was wird geprüft? Gott prüft, ob Abraham der Stimme treu ist, die in ihm ruft. Das biblische Wort dafür: glauben. Auf die Stimme hören - ge-hör-sam sein - gehorsam sein, das ist die Urdimension des Glaubens. Das Wort "Gehorsam" ist in unseren Ohren aus guten Gründen "unmöglich" geworden; wir denken an Kadavergehorsam, an Mißbrauch von Autorität. Aber im Ursinn ist Gehorsam eine hohe und freie, menschliche Kunst: die Fähigkeit nämlich, auf die göttliche Stimme hören zu wollen. Diese Fähigkeit "testet" Gott nun bei Abraham.
Zunächst muß Abraham bereit sein, im Gehörsam gegen Gottes Ruf die Sicherheit seines Familienverbandes zu verlassen. Das kommt im Film sehr gut heraus: einer der auf seine innere Stimme hört, muß den anderen, den "normal denkenden Menschen" als verrückt erscheinen. Aber gerade das kommt in der Bibel doch immer wieder vor. Aus der Normalität, aus gesicherten Verhältnissen, aus vorgezeichneten Lebensgeschichten in die Ungewißheit aufzubrechen, das wird in der biblischen Tradition zum Inbegriff der Berufung. Viele Menschen haben heute den Eindruck, der Glaube würde sie uniformieren, in Reih und Glied einfügen. Gerade das Gegenteil ist der Fall: der Glaube ist ein Herausruf in jeweils ganz eigene Geschichten eines Menschen mit Gott.
(-mit freundlicher Genehmigung-)
Zitat von Dr. Heinrich Krauss -einer der Vordenker des Monumentalfilms "Abraham" und Vorwortgeber zum Buch "Abraham- ein spiritueller Weg"
......10 Damals brach im Land Kanaan eine schwere Hungersnot aus. Darum suchte Abram Zuflucht in Ägypten.
11 Als er an die ägyptische Grenze kam, sagte er zu Sarai: "Ich weiß, daß du eine schöne Frau bist.
12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist seine Frau, und werden mich totschlagen, um dich zu bekommen.
13 Sag deshalb, du seist meine Schwester, dann werden sie mich deinetwegen gut behandeln und am Leben lassen."
14 In Ägypten traf ein, was Abram vorausgesehen hatte. Überall fiel Sarai durch ihre Schönheit auf.
15 Die Hofleute priesen sie dem Pharao in den höchsten Tönen, und er ließ sie in seinen Palast holen.
16 Ihr zuliebe war er freundlich zu Abram und schenkte ihm Schafe und Ziegen, Rinder, Esel und Kamele, Sklaven und Sklavinen.
17 Aber der Herr plagte den Pharao und sein Haus mit großen Plagen um Sarais, Abrams Frau, willen.
18 Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: "Warum hast du mir das angetan? Warum sagtest du mir nicht, daß sie deine Frau ist?
19 Warum sprachst du denn: Sie ist meine Schwester -, so daß ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da hast du deine Frau; nimm sie und zieh hin."
20 Und der Pharao bestellte Leute um seinetwillen, daß sie ihn geleiteten und seine Frau und alles, was er hatte.
 
Nun ist Abraham gerufen. Er folgt diesem Ruf; aber sofort hält Gott die nächste Prüfung für ihn bereit. Nach der Ankunft in Kanaan erfährt Abraham zwar, daß dies das Land ist, in das Gott ihn zu führen versprach. Da das Land aber schon bewohnt ist, kann er es nicht einfach in Besitz nehmen und besiedeln. Er kann darin nur als "Fremder", ohne die Möglichkeit des Grunderwerbs, mit seinen Herden von Weideplatz zu Weideplatz ziehen. Er muß also gewissermaßen blind auf Gottes Wort für die Zukunft vertrauen, daß das Land das Gott ihm zeigte, seinen Nachkommen wirklich gehören sollte. Mit der Trockenheit in Kanaan wird Abraham erneut auf die Probe gestellt. Soll er im Land der Verheißung bleiben oder nach Ägypten ausweichen? Gott schweigt diesmal, und Abraham entscheidet sich für Ägypten. War das falsch, ein Mangel an Vertrauen? Die Bibel sieht es so. Abraham handelt ohne Gott, wenn sein Tun auch unter rein menschlichen Gesichtspunkten verständlich ist. Der Eindruck der Schwäche im Glauben wird noch verstärkt durch Abrahams Verhalten in Ägypten: Mit einer Lüge im Hinblick auf seine Frau Sara verrennt sich Abraham immer mehr in seinem Mangel an Vertrauen. Eigene List soll nachhelfen, wo auf Gott scheinbar kein Verlaß ist! (Dr. Krauss)
  •  Aus einer scheinbar unlösbaren Sackgasse sieht sich Abraham nach diesem Geschehen befreit, er kehrt wieder einmal gesegneter als zuvor, in sein verheißenes Land zurück. Auch in unserer Zeit passiert es, daß wir in einer ausweglosen Lage stecken und manchmal löst sich alles zum Besten, was als Unglück gehalten wurde, wird oft zur Chance für etwas Neues, ja Besseres!


13 Abram kehrte mit seiner Frau und seinem ganzen Besitz an Tieren und Menschen in den südlichsten Teil des Landes Kanaan zurück. Auch sein Neffe Lot begleitete ihn. 3Von dort zog er von Lagerplatz zu Lagerplatz bis zu der Stelle  zwischen  Bet-El und Ai, wo er zuerst seine Zelte aufgeschlagen hatte. 4Das war auch der Ort, an dem er den Altar gebaut hatte. Dort rief   er im Gebet den Namen des Herrn an. 2Abraham war sehr reich. Er besaß große Viehherden und viel Silber und Gold. 5Auch Lot, der mit ihm zog, hatte viele Schafe, Ziegen und Rinder und viele Zelte, in denen seine Hirten mit ihren Familien lebten. 6Das Weideland reichte nicht aus für die Viehherden der beiden; sie konnten auf Dauer nicht zusammenbleiben. 7Es gab immer Streit zwischen den Hirten Abrams und Lots. Außerdem wohnten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.

8Da sagte Abram zu seinem Neffen: "Es soll doch kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! 9Das beste ist, wir trennen uns. Das ganze Land steht dir offen: Du kannst nach Norden gehen, dann gehe ich nach Süden; du kannst auch nach Süden gehen, dann gehe ich nach Norden."
10Lot schaute sich nach allen Seiten um. Er sah, daß es in der Jordanebene reichlich Wasser gab. Bevor der Herr Sodom und Gomorra zerstörte, war es dort wie im Garten Gottes oder wie am Nil in Ägypten - bis hinab nach Zoar. 11Deshalb entschied sich Lot für die Jordanebene und zog nach Osten.
So trennten sich die beiden: 12Abram blieb im Land Kanaan, Lot ging ins Gebiet der Jordanstädte und kam im Lauf der Zeit mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13Die Bewohner Sodoms aber führten ein schändliches Leben, das dem Herrn mißfiel.
14Nachdem Lot sich von Abram getrennt hatte, sagte der Herr zu Abram:

"Sieh dich von hier aus nach allen Seiten um, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen! 15Das ganze Land, das du siehst, will ich für immer dir und deinen Nachkommen geben. 16Und ich werde deine Nachkommen so zahlreich machen wie den Staub auf der Erde, den niemand zählen kann.
17Durchzieh das Land nach allen Richtungen; dir und keinem anderen gebe ich es."
 
Zunächst wird Abrahams Großmut und Friedfertigkeit geprüft, das Land ist zu klein für beide Herden, Abraham läßt dem Lot die freie Wahl, - und Lot sucht sich das offensichtlich bessere Teil aus. Abraham geht in eine rauhere Gegend, Lot sucht die Nähe der geschäftigen, lärmenden Stadt.

Im Kapitel 14 kann man nachlesen, in welche Verwicklung Abram und Lot kamen, und wie Abraham seinen Neffen Lot "heraushaut", wie Abraham einem gewissen Melchisedek, einem Priester des Höchsten, König von (Jeru)salem begegnet, der ihn segnet, - oder wie der König von Sodom Abraham beschenken will, Abraham aber ablehnt: es soll nicht heißen, der König hätte ihn reich gemacht.

15 Einige Zeit danach erging das Wort des Herrn an Abram, und er empfing eine Offenbarung. Der Herr sagte zu ihm:
"Hab keine Angst, Abram, ich bin dein Schutz! Du sollst reich belohnt werden."
2"Herr mein Gott", erwiderte Abram, "womit willst du mich denn belohnen? Ich sterbe ohne Kinder, und meinen Besitz erbt mein Knecht Elieser." Weiter sagte Abram: "Sieh doch, du hast mir keine Kinder gegeben, und mein eigener Sklave wird mich beerben!" 4Da erging an Abram das Wort des Herrn:
"Nein, nicht Elieser wird dich beerben! Du wirst einen Sohn bekommen; der soll dein Erbe sein".

5Und der Herr führte Abram aus dem Zelt und sagte:

"Sieh hinauf zu den Sternen am Himmel! kannst du sie zählen? So unzählbar werden deine Nachkommen sein."
6Abram glaubte der Zusage des Herrn, und der Herr rechnete ihm dies als Beweis der Treue an.

7Weiter sagte der Herr zu Abram:

"Ich bin es, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zu geben, ich, der Herr!"
8"Herr, mein Gott", erwiderte Abram, "kann ich denn sicher sein, daß ich es je besitzen werde? Gib mir doch eine Bestätigung dafür!"

9Der Herr sagte:

"Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube!"
10Abram holte die Tiere, zerteilte jedes der Länge nach in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber; nur die Vögel zerteilte er nicht. 11Raubvögel fielen über die Stücke her, aber Abram verscheuchte sie. 12Als die Sonne unterging, fiel Abram in einen tiefen Schlaf, und eine unheimliche erdrückende Angst legte sich auf ihn. 13Der Herr sagte zu ihm:
"Du sollst jetzt erfahren, wie es deinen Nachkommen ergehen wird. Sie werden als Fremde in einem Land leben, das ihnen nicht gehört. Man wird sie unterdrücken und zu Sklavendiensten zwingen. Das dauert 400 Jahre. 14Dann werde ich über das Volk, dem sie dienen müssen, ein Strafgericht halten, und sie werden von dort mit reichem Besitz wegziehen. 15Du selbst wirst ein hohes Alter erreichen und dann in Frieden sterben und begraben werden. 16Erst die 4. Generation wird hierher zurückkehren; denn die Schuld der Amoriter, die jetzt dieses Land bewohnen, hat ihr volles Maß noch nicht erreicht."
17Als die Sonne untergegangen war, sah Abram auf einmal einen rauchenden Schmelzofen und eine brennende Fackel, die fuhren zwischen den zerteilten Tieren hindurch. 18Auf diese Weise schloß der Herr damals mit Abram einen Bund und gab ihm die Zusage:
"Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land...."

Im Kapitel 16 kann man nachlesen, wie Abrams Frau dem lang ersehnten Kinderwunsch mit menschlichen Möglichkeiten "nachhilft", dadurch aber großes Leid verursacht, wie Gott sich aber auch um den Stammvater der Ismaeliten (der Araber) annimmt.

Im Kapitel 17 kann man nachlesen, wie Gott mit Abram einen Bund schließt, wie Gott den Abram in Abraham "umtauft", seinen Sohn Ismael als Verheißung sieht, wie Gott wiederholt ihm von seiner großen Nachkommenschaft prophezeit, und wie sich Abrams Geschlecht zum Zeichen des Bundes die Vorhaut beschneidet. Wie Gott auch Ismael segnet aber den Bund nur mit Abrahams und Saras leiblichen Sohn schließen will.
 

  • Je länger die Geschichte Abraham mit Gott geht, desto unvermeidlicher scheint sie in eine kommende Sackgasse zu führen: Abram und Sara sind ja schon steinalt, und sie werden von Jahr zu Jahr noch älter, wie soll nach menschlichem Ermessen da noch ein Kinderwunsch erfüllt werden, muß sich da nicht Abraham von Gott "verarscht" gefühlt haben, um dieses Wort zu Ehren kommen zu lassen. Warum dauerte alles so lange? Mußte die Lage erst menschlich völlig unlösbar erscheinen? Aber auch in der Nachkommenschaft Abrahams wird immer wieder von einem, fast verspätet, erfüllten Kinderwunsch berichtet (Samuel ,Rahel, Johannes d. Täufer,) Es hatte immer etwas mit Gott zu tun!


18 Abraham wohnte bei den Eichen von Mamre. Dort erschien ihm der Herr. Abraham saß gerade in der Mittagshitze am Eingang seines Zeltes. 2Als er aufblickte, sah er wenige Schritte  vor sich 3 Männer stehen. Sofort sprang er auf, warf sich vor ihnen nieder  3und sagte: "Mein Herr, wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, dann geh nicht hier vorüber. Ich stehe dir zu Diensten! 4Man wird euch sogleich Wasser bringen. Ihr könnt euch die Füße waschen und es euch unter dem Baum bequem machen. 5Ich will inzwischen eine kleine Erfrischung holen, damit ihr euch stärken und dann euren Weg fortsetzen könnt. Wozu sonst seid ihr bei eurem Diener vorbeigekommen?"
"Es ist gut,"
sagten die Männer.
"Tu was du vorhast!"
6Abraham lief sogleich ins Zelt und sagte zu Sara: "Schnell, nimm 3 Backschüsseln von feinstem Mehl, mach einen Teig und backe Fladenbrot!" Dann lief er zum Vieh, suchte ein schönes, gesundes Kalb aus und befahl dem Knecht, es zuzubereiten. 8Er holte süße und saure Milch, nahm das gekochte Fleisch und trug alles hinaus unter den Baum. Mit eigener Hand bediente er seine Gäste und stand dabei, während sie aßen.
9Nach dem Mahl fragten die Männer Abraham:
"Wo ist deine Frau Sara?"
"Drinnen im Zelt," antwortete er.
10Da sagte der Herr: "Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau einen Sohn haben."
Sara stand im Rücken Abrahams am Zelteingang und horchte. 11Die beiden waren damals schon alt, und Sara war schon lange über die Wechseljahre hinaus. 12Sie lachte in sich hinein und dachte: "Jetzt wo ich alt und verwelkt bin, soll ich noch ein Kind empfangen? Und mein Mann ist auch viel zu alt!"
13Da sagte der Herr zu Abraham:
"Warum hat Sara gelacht? Warum zweifelt sie daran, daß sie noch ein Kind gebären wird? 14Ist für den Herrn irgend etwas unmöglich? Nächstes Jahr um die verabredete Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn."
15"Ich habe doch nicht gelacht," leugnete Sara. Sie hatte Angst bekommen. Aber der Herr sagte:
"Doch du hast gelacht!"
  • Gott besucht den Abraham im Lager in Mamre in der Gestalt von 3 Männern. Abraham weiß aus irgendwelchen Gründen sofort, daß er den "Herrn" vor sich hat. In der Hitze des Tages kümmert er sich vorbildhaft um (seine) Gäste. Gott besucht den Abraham, - was würden Menschen des Internetzeitalters geben, wenn sie so menschlich von Gott besucht würden??
  • Wieder jene Verheißung, -Abraham ist stumm, Sara lacht und zweifelt und denkt: Jetzt wo ich alt und verwelkt bin, so ein Irrsinn, oh Abraham, was hast du da für einen Gott, das kann doch ein logisch denkender Mensch nicht ernst nehmen?

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16Die Männer machten sich auf den Weg, und Abraham begleitete sie ein Stück weit. Als sie an ein Stelle kamen, von der aus die Stadt Sodom zu sehen war, 17dachte der Herr:
"Soll ich wirklich vor Abraham verheimlichen, was ich mit Sodom vorhabe? 18Ich habe ihm doch zugesagt, er soll der Vater eines großen und mächtigen Volkes werden; und am Verhalten zu ihm und seinen Nachkommen wird sich für alle Völker der Erde Glück und Segen entscheiden. 19Ich habe ihn auserwählt, damit er seine Söhne und seine weiteren Nachkommen dazu anhält, meinen Geboten zu folgen; er soll sie lehren, zu tun, was recht ist, so daß ich meine Zusage an ihn einlösen kann."
20Darum sagte der Herr:
"Über die Leute von Sodom und Gomorra sind schwere Klagen zu mir gedrungen. Ihre Schuld schreit zum Himmel. 21Deshalb will ich jetzt hingehen und mit eigenen Augen sehen, ob das wahr ist, was ich gehört habe. Ich will wissen, ob sie es wirklich so schlimm treiben."
22Zwei der Männer gingen in Richtung Sodom, während der Herr noch bei Abraham zurückblieb.
23Abraham trat an ihn heran und sagte: "Willst du wirklich Schuldige und Schuldlose ohne Unterschied vernichten? 24Vielleicht gibt es in Sodom 50 Leute, die kein Unrecht getan haben. Willst du sie auch umkommen lassen und nicht lieber die ganze Stadt verschonen wegen der fünfzig? 25Du kannst doch nicht die Unschuldigen zusammen mit den Schuldigen töten und die Einen genauso behandeln wie die Anderen? Du bist der oberste Richter der ganzen Erde, darum darfst du nicht selbst gegen das Recht verstoßen!"
  • Neben Jesus selbst und einigen Propheten, gehört auch Abraham, als Freund Gottes, zu den wenigen Menschen der Bibel, die überhaupt so die Gelegenheit bekommen, mit Gott zu  rechten, ihn zu beschwichtigen, ihn rumzukriegen, für andere etwas "herauszuschlagen!" Aber könnte es nicht sein, daß Gott von sich aus, solches Mitgefühl schon immer besessen hat und daß er  nicht überredet werden muß, die Einwände Abrahams zu überdenken. Ist es nicht schon wieder eigentlich eine Prüfung des Abraham, wieweit sein Vertrauen zu Gott geht?

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    26Der Herr sagte:
    "Wenn ich in Sodom 50 Unschuldige finde, will ich ihretwegen die ganze Stadt verschonen."
    27Abraham wandte sich noch einmal an den Herrn: "Ich habe gewagt, dir dreinzureden, Herr, obwohl ich Staub und Asche bin. 28Vielleicht gibt es wenigstens 45, die nicht schuldig geworden sind. Willst du dann wegen der fehlenden 5, die ganze Stadt vernichten?" Der Herr antwortete:
    "Ich verschone sie, wenn ich 45 finde."
    29Abraham gab sich noch nicht zufrieden. "Und wenn es nur 40 sind?" fragte er. Der Herr erwiderte:
    "Dann verschone ich sie wegen der vierzig."
    30"Bitte Herr," sagte Abraham, "werde nicht zornig über mich, wenn ich noch weitergehe. Vielleicht sind es nur 30."
    "Dann verschone ich sie wegen der dreißig."
    21Noch einmal fing Abraham an: "Ich habe es nun einmal gewagt, dir dreinzureden, Herr! Vielleicht sind es nur 20."
    "Ich verschone sie auch wegen zwanzig."
    32Nur noch ein einziges mal laß mich reden, Herr," sagte Abraham; "werde nicht zornig! Vielleicht sind es auch nur zehn."
    Und der Herr sagte:
    "Ich verschone sie auch wegen zehn."
    33Damit brach der Herr das Gespräch ab. Er ging weiter, und Abraham kehrte heim.


    Im Kapitel 19 erfährt man, daß 2 Männer (Engel) bei Einbruch der Nacht nach Sodom kommen, wie Lot sie sofort als "außerirdische" sieht, man erfährt, wie´s in Sodom zugeht, wie Fremde angepöbelt werden, wie Lot selber etwas retten will, wie die beiden Engel die Sodomiten mit Blindheit schlagen, wie  Lots ganze Familie gesammelt werden soll, wie die Schwiegersöhne es aber nicht glauben wollen, wie die Engel Lot und seine Familie drängen ("lauft um euer Leben"), wie sich seine bessere Hälfte nicht trennen kann und umschaut und zur Salzsäule erstarrt und wie Sodom und Gomorra in einem atombombenähnlichen Inferno untergeht - und wie sich Lots Töchter an ihrem Vater vergreifen!

    Im Kapitel 20 liest man, wie es inzwischen mit Abraham bestellt ist, der ins Herrschaftsgebiet eines gewissen Abimelech kommt, wie er dort seinen alten "Schwesterntrick" wiederholt anwendet, wie es dem König Abimelech auch nicht gut bekommt, wie jener wieder Abraham beschenkt, und wie Abraham Gott bittet, den "Haussegen" bei Abimelech wieder herzustellen.

    21 Der Herr dachte an Sara und tat an ihr, was er angekündigt hatte. 2Sie wurde schwanger und gebar Abraham noch in seinem Alter einen Sohn. Es war genau zu der Zeit, die Gott angegeben hatte. 3Abraham nannte den Sohn, den Sara ihm geboren hatte, Isaak. 4Als Isaak acht Tage alt war, beschnitt er ihn, genau wie Gott es angeordnet hatte.
    5Abraham war bei Isaaks Geburt 100 Jahre alt. 6Sara aber sagte: "Gott hat dafür gesorgt, daß ich lachen kann. Alle, die davon hören, werden mit mir lachen. 7Noch nie hat Abraham es erlebt, daß ihm einer die Nachricht brachte: Deine Frau Sara stillt ein Kind. Aber jetzt in seinem Alter habe ich ihm noch einen Sohn geboren!"
      8Isaak wuchs und gedieh. Als er von der Mutterbrust entwöhnt wurde, feierte Abraham mit seinen Leuten ein großes Fest.
    • Man ist verwundert, ein altes Märchen mit Happy End? Gott macht sein lange hinausgezögertes Versprechen endlich wahr. Eigentlich eine Weihnachtsgeschichte - Isaak ist da! Erfordert Glauben denn  soviel "irrsinniges", blindes Vertrauen? Immer wieder und wieder Vertröstung,  ja, - 2000 Jahre Christenheit beweisen es!- Einmal wird doch auch ein anderes Versprechen eingelöst, ohne das alles sinnlos wäre.!!?
    ...nachzulesen wäre noch, wie Hagar und Ismael verstoßen werden, wie sich zwei Frauen wegen Mann und Kinder in die Haare kriegen und wie aber Gott  durch einen Engel, Hagar und Ismael rettet und er auch auf Ismael Segen legt. Wie Abraham mit Abimelech einen Vertrag aushandelt, er eine "Aufenthaltsgenehmigung" erwirbt, aber ihm immer bewußt bleibt, er ist ein Fremder in einem fremden Land.
    Gott stellt Abraham auf die Probe!
    Also doch, irgendwo ist doch immer ein Pferdefuß, auch bei Gott, - mag man denken...!
    22 Einige Zeit danach geschah es: Gott stellte Abraham auf die Probe.
    "Abraham!"
    rief er.
    "ja?"
    erwiderte Abraham.
    "Nimm deinen Sohn,"
    sagte Gott,
    "deinen einzigen, der dir ans Herz gewachsen ist, den Isaak! Geh mit ihm ins Land Morija auf einen Berg, den ich dir nennen werde, und opfere ihn mir dort als Brandopfer."
    3Am nächsten Morgen stand Abraham früh auf. Er spaltete Holz für das Opferfeuer, belud seinen Esel und machte sich mit seinem Sohn auf den Weg zu dem Ort, von dem Gott gesprochen hatte. Auch zwei Knechte nahm er mit.
    4Am 3.Tag erblickte er den Berg in der Ferne. 5Da sagte er zu den Knechten: "Bleibt hier mit dem Esel! Ich gehe mit dem Jungen dort hinauf, um mich vor Gott niederzuwerfen; dann kommen wir wieder zurück."
    6Abraham packte seinen Sohn die Holzscheite auf den Rücken; er selbst nahm das Becken mit glühenden Kohlen und das Messer. So gingen die beiden miteinander.

    7Nach einer Weile sagte Isaak:

    "Vater!"
    "Ja mein Sohn?
    "Feuer und Holz haben wir, aber wo ist das Lamm für das Opfer?"
    8"Gott wird schon für ein Opferlamm sorgen!"
    So gingen die beiden miteinander. 9Sie kamen zu dem Ort, von dem Gott zu Abraham gesprochen hatte. Auf dem Berg baute Abraham einen Altar und schichtete die Holzscheite auf. Er fesselte Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf den Holzstoß.
    10Schon faßte er nach dem Messer, um seinen Sohn zu "schlachten," 11da rief der Engel des Herrn vom Himmel her:
     
    "Abraham! Abraham!!"
    "Ja ?"
    erwiderte er, 12und der Engel rief:
    "Halt ein! Tu dem Jungen nichts zu leide! Jetzt weiß ich, daß du Gott gehorchst. Du warst bereit, mir sogar deinen einzigen Sohn zu opfern."
     13Als Abraham aufblickte, sah er einen einzelnen Schafbock, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hate. Er ging hinüber, nahm das Tier und opferte es anstelle seines Sohnes auf dem Altar. 14Er nannte den Ort "Der Herr sorgt vor". Noch heute sagt man: "Auf dem Berg des Herrn ist vorgesorgt."
    15Noch einmal rief der Engel des Herrn vom Himmel her 16und sagte zu Abraham:
    "Ich schwöre bei mir selbst, sagt der Herr: Weil du mir gehorcht hast und sogar bereit warst, mir deinen einzigen Sohn zu geben, 17werde ich dich segnen! Deine Nachkommen mache ich so zahlreich wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner am Meeresstrand. Sie werden ihre Feinde besiegen und ihre Städte erobern. 18Bei allen Völkern der Erde werden  die Leute zueinander sagen: Gott segne dich wie die Nachkommen Abrahams! Das ist die Belohnung dafür, daß du meinem Befehl gehorcht hast."
    19Abraham kehrte wieder zu seinen Knechten zurück, und sie gingen miteinander nach Beerscheba. Dort blieb Abraham wohnen. 20Bald danach erhielt Abraham die Nachricht: "Auch Milka hat deinem Bruder Nachor Söhne geboren." .......
    • Dieser Abraham war immer auf Wanderschaft, sein ganzes Leben war ein nach Gott-suchen, er hatte anscheinend nie Zeit sich auszuruhen, wir würden sagen, zu relaxen. Er war immer von einer inneren Unruhe getrieben. Und jetzt hatte er einen Sohn, fast das ganze Leben hatte er darauf warten müssen. Den wollte nun sein Gott geopfert haben, also ist von diesem unbegreiflichen Gott doch nichts Gutes zu erwarten? werden manche sagen, doch man vergißt leicht, daß die damaligen Götter, oft Menschenleben forderten, daß die Weltreiche Babylon und Assyrien sehr großzügig mit Menschenleben umgingen und auch in unserer Zeit, durch Staßenverkehr und Kriege, auch sehr großzügig mit Menschenleben umgegangen wird, aber der einzige, wahre Gott, seinen Freund nur prüfen wollte, wie weit er bereit war, sich auszuliefern.

    •  
    Man sieht, Abraham befindet sich in einer Art Schule durch Gott. Deren letzte Lektion lautet: Entäußerung. Schritt für Schritt lernt Abraham, daß die eigene Sache dann am besten aufgehoben ist, wenn sie sich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes befindet. Als sich mit Isaaks Geburt die Lebenssehnsucht Abrahams, sein Wunsch nach Nachkommenschaft erfüllt, stellt ihn Gott auf neue und äußerste Proben.
    Zunächst muß Abraham seinen Fehler der Kleingläubigkeit wieder gutmachen und auf Hagars Sohn verzichten. Der Bericht darüber, wie sehr er zunächst dem Vorschlag Saras widerstrebte, zeigt, daß es für ihn unendlich hart war, Ismael zu verlieren. Alle Liebe und alle Erwartungen hängen nun an Isaak. Und hier spitzt sich das Drama zu. Gott erwartet von Abraham das Opfer seiner Zukunft. War der Befehl zum Auszug aus dem Vaterhaus noch verständlich, so muß der Befehl zur Opferung Isaaks als unerfüllbare Härte, als grausamer Widersinn erscheinen.
    Ín dieser entscheidenden Prüfung versagt Abraham nicht. Er traut der Stimme, die sich ihm über eine lange Lebensgeschichte hin als die authentische Stimme Gottes erwiesen hat und die ihm gewisser geworden ist als alle irdischen Gewißheiten. Abraham ist zur Absurdität des scheinbar gottgewollten Sohnesopfer bereit und erhält eine neue Verheißung, in der der Gedanke des "Segens für alle Völker" vom Anfang seiner Geschichte wieder aufgenommen wird. Damit schließt sich der Kreis, die "spiritual jorney", die innere Entdeckungsreise Abrahams. Mit einem Ruf hatte alles begonnen. Damals hatte Gott zu Abraham gesagt: "Geh fort aus deinem Land, von deiner Verwandschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde!"; jetzt sagt Gott: "Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort auf einem Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar!" Das zweimalige "Geh!" und die ähnliche Formulierung in Bezug auf das "Land, das ich dir zeigen werde" und "den Berg, den ich dir nennen werde" zeigen, daß es um das eine Lebensthema des Abraham geht, das sich so spektakulär vollendet.
    Es ist unser aller  Lebensthema. Denn jeder wird danach gefragt, ob er sein Leben nur aus sich heraus - gewissermaßen im Monolog - führen will oder ob er den großen Dialog beginnen möchte, der ihn weiter führt, als Menschen träumen können.(soweit noch einmal Dr. Heinrich Krauss - Abraham -)

    • So lieber Homepagebesucher,  eine kleine Reise, die Sie vielleicht mit mir gemacht haben, manche werden vielleicht beim Anblick von Bibeltexten gleich wieder geflüchtet sein und die "zurück"-Fläche ihres Browsers gedrückt haben. Gehören Sie aber zu denen, die sich bis zum Ende durchgerungen haben, so muß ich vielleicht noch etwas zum Ganzen sagen:
    Ich wurde von einer Freundin gefragt, warum uferst du deine Homepage mit so etwas aus? Nun, ich finde, auch im Informationszeitalter sollte man sich schon auch mit dem Buch Bibel befassen, denn wäre die Bibel ein reines Märchenbuch, dann wären unsere Planungen, Vorhaben, Schicksale auch nur ein Märchen, ein Märchen das kein neues Land aufzeigt, keinen Ruf Gottes zuläßt, keine Gotteserfahrung ermöglichte. Mein größter Wunsch aber wäre, wenn sich hier und da ein Internetsurfer aufmachen würde, Informationen in der Bibel zu entdecken, vorurteilslos Geschichten der Bibel zu verarbeiten. Den  Glauben und das Vertrauen aber auch möglichen Zweifel zu einem Gott muß aber jeder Mensch selbst für sich verarbeiten, es kann sich keiner auf einen anderen Menschen oder eine Kirche verlassen.. Erschwerend kommt für uns heutige Menschen noch hinzu, daß es so viele Religionen gibt, von denen jede den Menschen in eine andere Richtung ziehen will, und Otto der Normalverbraucher überfordert ist, was denn nun Sache ist. Eine Art kleinster gemeinsamer Nenner wäre hier nötig!?
    Fangen wir doch so wie Abraham an, der war weder schlecht noch gut, alles weitere führte ihn sein Gott. Und lieber Leser, entdecke weitere Lebensgeschichten aus der Bibel!

    Have a nice day!
    PS: Sollten Sie aber Gefallen an der Bibel und ihren Geschichten gefunden haben, brauchen Sie nicht allein ein "Bibelstudium" beginnen,
    Sie können nämlich auch zwanglos zu einem "Hauskreis" kommen, dieser findet alle 2 Wochen Mittwochs gegen 19 Uhr 30 statt.
    Jeder Interessierte ist eingeladen, keiner wird zu einer bestimmten Religionsrichtung gedrängt,  jeder kann ein Thema vorschlagen, keiner braucht Hemmungen haben,
    für weitere Fragen: Tel. 08435/1350 oder email

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    Die Leiden Hiobs oder warum läßt Gott so etwas zu!

    Es war einmal ein bedeutender Mann namens Hiob. Er war gut, gerecht und gläubig. Er hatte 7 Söhne und 3 Töchter, besaß riesige Herden und zahlreiche Knechte und Mägde.
    Es trug sich  zu im Himmel, dass die Söhne Gottes , unter ihnen auch Satan, vor Gott hintraten.

    "Wo kommst du her?", fragte ihn der Herr.
    "Ach, ich durchstreifte die Erde und sah mir dies und das an."
    "Dann ist dir sicher auch Hiob aufgefallen, es gibt keinen besseren Menschen als ihn!"
    Satan erwiderte:
    "Das kannst du leicht sagen, denn du segnest und beschützt diesen Hiob wo es nur geht. Er hat alles. In seiner Situation ist es leicht, dich täglich zu loben. Aber wage es doch einmal, seinen Besitz, seine Familie oder sein Leben anzutasten, und ich gehe jede Wette ein, dass er dich verfluchen und sich abkehren wird!"
    "Nun gut! Mach was du vorhast."
    Und Satan nutzte dies.
    Kurz darauf verlor Hiob alles, was er besaß: die Herden, seine Reichtümer und seine Kinder. 
    Sein Körper war jetzt mit Wunden übersät und eine "HIOBSBOTSCHAFT" nach der anderen wurde gebracht. Er zeriß seinen Mantel, schor seinen Kopf und warf sich zu Boden, wobei er sagte:
    "Nackt bin ich zur Welt gekommen und nackt werde ich von ihr gehen. Der Herr hat mir gegeben, der Herr hat es wieder genommen, gepriesen sei Gott!"
    Und Hiob, der wegen seiner Krankheit als unrein galt, war gezwungen, sich auf einer Schutthalde außerhalb der Stadt niederzulassen. Seine Frau fauchte ihn an, er solle endlich Gott verfluchen.
    Seine besten Freunde machten ihm Vorwürfe und meinten, dass er gewiss selbst verschuldet habe, was ihm zustoße und dieses Unglück sei nur gekommen, weil an Hiob Schuld gefunden wurde.
    Hiob klagte zum Herrn:
    "Warum wurde ich so gestraft, wo ich doch nichts böses getan habe? Nun sehne ich den Tod herbei."
    Der Herr antwortete ihm:
    "Was weißt du schon? Hast du das Universum erschaffen, kannst du dir seine Größe vorstellen? Hast du mich beraten? Wer bist du, daß du solche Fragen stellst?"
    Gott erklärte Hiob nicht den Grund für seine Not, aber er wollte Hiob klarmachen, dass er ruhig darauf vertrauen konnte, dass ein so weiser und mächtiger Gott das Richtige tat.
    Hiob antortete:
    "Verzeih, ich habe geredet ohne zu wissen und Dummheiten gesagt. Nun weiß ich, dass du alles in deiner Hand hast. Ich vertraue dir."
    So gab Gott dem Hiob wieder 7 Söhne und 3 Töchter, ebenso seine Gesundheit und seinen Besitz, - doppelt von allem, was er zuvor besaß.

    Nacherzählt aus dem Buch Hiob (Ijob)

     


     
     
     
     
    Kehrt um!

    Johannes, der Sohn des Zacharias und der Elisabeth und Jesus, der Sohn Josefs und Marias wuchsen zu Männern heran. Obwohl ihre Mütter verwandt waren, waren die beiden doch sehr verschieden.
    Johannes verließ sein Zuhause und begann ein strenges Leben unter freiem Himmel, draußen in der heißen, baumlosen Wüste nahe am Jordan. Er wollte allein sein, um zu erkennen, was er für Gott tun sollte.
    Wie der Prophet Elija kleidete er sich mit einem rauhen Kamelfell und ernährte sich von dem, was die Wüste hergab. Wilder Honig und Heuschrecken!
    Er fing einfach an zu predigen, und schon bald strömten Menschenmengen zu ihm, um ihm zuzuhören.

    "Hört!"
    donnerte Johannes. 
    "Gottes Königreich ist nahe! Seht zu, daß ihr darauf vorbereitet seid. Ändert euch von Grund auf." 

    "Warum sollten wir das tun?"

    fragten die Menschen.
    "Wir sind doch Gottes erwähltes Volk - also wird er schon mit uns zufrieden sein."

    "Verlaßt euch nicht darauf!"

    warnte Johannes sie.
    "Als Jude geboren zu sein genügt nicht. Ihr müßt euer Leben von Grund auf Gott hin ausrichten und ein Leben führen, das ihm gefällt. Und seid vorbereitet auf das, was Gott bald tun will."
    Viele Menschen spürten, daß es Gottes Stimme war, die da durch Johannes zu ihnen sprach. Sie wollten sich ändern und ihr Leben neu ordnen. Deswegen taufte sie Johannes im Jordan, indem er sie unter Wasser tauchte. Das war ein Zeichen für ihre Umkehr und Vergebung Gottes. Nun konnten sie frei von Schuld ihr Leben neu beginnen.
    "Ändert nun eure Wege, seid nicht mehr gierig und geizig! Wenn ihr mehr Essen und Kleidung habt, als ihr benötigt, dann teilt es mit denen, die nichts oder wenig haben. Verrichtet eure Arbeit gut und betrügt niemanden. Das ist es, was Gott will. Ich bereite den Weg für einen bedeutenden Mann, der bald kommen wird, er ist stärker und mächtiger als ich und ich bin es nicht einmal wert, ihm die Schuhe zu binden. Ich kann euch nur mit Wasser taufen, er aber wird euch mit Feuer und dem Geist Gottes taufen. Er ist der von Gott versprochene Retter."
    Nach Mathäus Kap. 3 erzählt.