Winfras Sternenseite
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 Unsere Heimat im Weltall

Seit tausenden von Jahren, als zum ersten Mal Menschen hinauf in den nächtlichen Sternenhimmel blickten und über seine Schönheit staunten, ist das Weltall ein Gegenstand der Forschung und der spekulativen Betrachtung.
Der frühe Mensch glaubte vorbehaltlos, was ihm seine "untrüglichen  Sinne"  zu offenbaren schienen. Täglich sah er die Sonne auf und untergehen und nachts die regelmäßigen Kreise der Sterne: Die Erde war für ihn der Mittelpunkt des Universums, und die "Himmelszeichen" hatten für ihn nur den Zweck, ihn mit Licht und Wärme zu versorgen,es sei denn, diese Himmelsobjekte nährten einen Sonnen- oder Mondkult.

Dieses geozentrische Weltbild behauptete sich einige Jahrtausende hindurch. Es war ebenso die Grundlage der alten Astronomie wie später der selbstgefälligen Ansicht des Mittelalters, der Himmel mit allen Gestirnen drehe sich um die Welt der Menschen. Von Zeit zu Zeit wagten mutige Männer, an diesem Glauben mit dem Einwand zu rütteln, daß es möglicherweise die Erde sei, die sich um die Sonne bewege. Sie wurden verlacht, bekämpft oder mußten sterben.

Im 16. Jahrhundert überdachte Kopernikus noch einmal die Daten und Zahlen, die sich bis dahin im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatten. Er kam zu dem Schluß: Erde und Planeten umkreisen die Sonne. -- Ketzerei! Der Gedanke, die Erde sei der Sonne untergeordnet, schien geradezu dem gesunden Menschenverstand zu spotten und außerdem an die Wurzeln der Religion zu greifen. Doch die Lehre des Kopernikus - und mit ihm die naturwissenschaftliche Wahrheit-- setzte sich durch.
Kaum 100 Jahre später konnte der italienische Mathematiker Galileo mit einem seiner ersten Fernrohre den Himmel beobachten. Er  mußte aber vor dem Papst seiner Meinung abschwören, erst auf dem Totenbett sagte er seinen berühmten Ausspruch, "Und sie (die Erde) bewegt sich doch".
In den folgenden 3 Jahrhunderten sollten sich die Maßstäbe beträchtlich ändern. Es stellte sich heraus, daß auch die Sonne nur ein Stern unter Milliarden ihresgleichen in einer ungeheuren Anhäufung ist, die wir unsere Galaxis oder Milchstraße nennen.
Beobachtungen und Messungen des 18. Und 19. Jahrhunderts offenbarten nicht nur die unvorstellbare Größe der Sternenzahl dieses Systems, sondern auch der Entfernungen innerhalb desselben.
Selbst mit den höchsten, heute erreichbaren Geschwindigkeiten, würde eine Reise zum nächsten Nachbarstern mehrere Tausend Jahre dauern. So gesehen wirkt die Erde, einst als Zentrum des Alls gesehen, recht unbedeutend - ein winziger Satellit, der zusammen mit einigen anderen, einen Stern (Sonne) von bloß durchschnittlicher Größe umkreist.
Entdeckungen des 20. Jahrhunderts ließ alles bisherige Wissen noch mehr schrumpfen. Man erkannte die riesige Milchstraße selbst nur als eine Sterneninsel unter vielen Sterneninseln im Weltall, deren es Hunderte von Millionen anderer gibt! Und alle diese Galaxien bilden ihrerseits Gruppen oder Nester oder Zusammenballungen.
Mit Lichtteleskopen kann man Galaxien oder Galxienhaufen entdecken, welche sich 5 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt befinden, oder anders ausgedrückt, wir empfangen ihr Licht oder ihr Bild, welches sie vor 5 Milliarden Jahren losgeschickt haben.
Mit Radioteleskopen oder mit Licht und Radioteleskopen, welche sich in einer irdischen Umlaufbahn befinden, (Hubble, Spaceshuttle, Mir) konnten die Forscher schon Galaxien oder  kosmische Objekte ausmachen, die sich ca. 15 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt befinden, was wieder heißt, daß jenes Licht 15 Milliarden Jahre unterwegs war, bis es bei uns aufgefangen werden konnte, oder man kann sagen, wir sehen ein Bild vor uns, wie diese oder jene Galaxie vor 15 Milliarden Jahre ausgeschaut hat. Wenn Menschen in das All schauen, machen sie immer auch einen Blick in die Vergangenheit.
Und noch ein Schock - kein Wissenschaftler kann behaupten, er hätte das Ende oder die Grenzen dieses Schauspiels schon gesehen. Wir nennen es Universum.
Gibt es am Ende auch wieder eine noch größere Abteilung, noch mehrere Universen?