Kein Sex in der Ehe ?!

Predigt zum GoSpecial* am 20.2.2000 in Pöttmes
Pfr. Horst Schall

Eine Frau beklagt sich bei ihrer Freundin, dass ihr Mann nicht mehr so recht in die Gänge kommt, dass er abends immer gleich einschläft und Sex bei ihr nur noch in der Erinnerung abläuft.
Darauf gibt ihr die Freundin den Rat: „Kauf dir doch ein Negligee, irgendwas erotisches, am besten schwarz, durchsichtig, mit vielen Spitzen, und wenn dann dein Mann nach Hause kommt und du liegst damit auf dem Bett.... – wirst sehen, das wirkt!“
Gesagt getan, sie kauft sich ein solches, dunkelschwarzes, verführerisches Nichts und legt sich wie zum Anbeißen auf das eheliche Bett und harrt der Dinge, die da noch kommen.
Der Mann kommt nach Hause, geht ins Schlafzimmer, sieht seine Frau, im schwarzen Negligee, kuckt entsetzt und fragt: „Um Gottes willen, Hilde, ist etwa der Opa gestorb´n?“


 


Sex ist überall ? vor allem in unseren Köpfen – aber darüber wird wenig geredet, außer in solchen zotigen Witzen und heute auch zum aller ersten mal in der Kirche, was vielleicht auch der Grund ist, warum Sie sich heute hierhin verirrt haben!
Sex ist wichtig. Sex ist schön. Und Sex ist allgegenwärtig. An den Bushaltestellen lachen uns die Fotos knackiger junger Mädchen an, fast auf jeder Illustrierten springen uns die gebräunten Superfrauen und Super - Männer an, - bevor wir 18 Jahre alt werden, sind wir bereits über 70000 mal in den Medien Zeugen von Sex geworden. Und zwar fast immer nur von perfektem Sex: Wie sich in „9 ½ Wochen“ Kim Basinger und Micky Rourke vor dem Kühlschrank ihre nackten Körper mit Essensresten beschmieren oder wie Sharon Stone und Michael Douglass sich im Bett vor Leidenschaft fast umbringen. Wohin wir schauen, wir bekommen eine sexuelle Traumwelt geboten. Um Sie in die sexuelle Wirklichkeit zu holen: hier zunächst die aktuellsten Trends der Sexforschung:

1. Weniger Sex.
Schlicht und einfach betreiben die Menschen heute weniger Sex als früher. Die wohl erprobte »Luther-Quote« (»Die Woche zwier, das lob ich mir) wird inzwischen von 85 % der Paare nicht mehr geschafft. Eigentlich kein Wunder, denn Käthe Luther hatte nicht so erotische Konkurrentinnen: Videorecorder, Pentiumrechner und Internet!

2. Treue Boom.
Es kursierten jahrelang Zahlen, dass mindestens 50 % aller Ehemänner einmal in ihrem Leben untreu werden. Alles Humbug. Für Deutschland hat der »Playboy« ermitteln lassen: Nur 18 % aller Verheirateten oder in fester Beziehung Lebenden waren ihrem Partner schon einmal untreu. »23 % der hektischen Städter, nur 14 % der braven Landeier.« Treue ist in.

3. Christen haben angeblich den besseren Sex.
Das hat eine Studie der Chicagoer Universität herausgefunden. Die Frauen, die mit ihrem Sexleben am zufriedensten waren, sind die konservativen evangelikalen Frauen, dicht gefolgt von den katholischen Frauen. Beide Gruppen haben viel öfter Orgasmen als Frauen ohne religiöse Bindungen. Wenn das kein Grund ist, Christ zu werden ? von wegen nur Missionarsstellung.

4. Ehe?Sex ist in
Der Sexualforscher Ernest Bornemann hat in einer der jüngsten deutschen Studien herausgefunden, dass Verheiratete doppelt so viel Sex haben wie die jungen, wilden Single. Ja, ja, das wilde freie Single – Leben (gähn). Aber auch, dass es ihnen mehr Spaß zu machen scheint. Entgegen dem allgemeinen Vorurteil nutzt Ehe anscheinend die Sexualität nicht ab.

Also alles in Butter im Ehekutter?
Stimmt das Bild von der Ehe als sicherer, romantischer Hafen? Sind wir in der Lage, die Erotik, die , Spannung, die Faszination am anderen, die Flugzeuge im Bauch ? all das, was die erste Zeit der Verliebtheit so spannend gemacht hat ? über längere Zeit zu halten? Genießen Sie, die Sie schon länger Jahre verheiratet sind, noch jeden Tag mit dem Partner, den Sie lieben? Lieben Sie ihn überhaupt noch? Wenn Sie alles mit Ja beantwortet haben, können Sie jetzt gehen.
Aber im Ernst: Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der sich fragt, warum Sex, Liebe und Verliebtsein nach 5 Jahren Ehe nachlässt? Überfordert es uns nicht, wenn wir allen Ernstes glauben, dass man jeden Tag seines Lebens mit dem Ehepartner genießen kann?
Kann es sein, dass das biblische Konzept von der lebenslangen Ehe falsch ist? Immerhin dauerte die Otto – Normal - Ehe zu biblischen Zeiten durch die geringere Lebenserwartung höchstens 20 Jahre. Brauchen wir vielleicht für unsere Zeit ein neues Ehemodell? Etwa alle 7 Jahre einen neuen »Lebensabschnittsgefährten«?

Ich meine: Nicht das biblische Konzept von Ehe, sondern unser Bild von Ehe ist falsch.

Ehe ist kein sicherer Hafen. Ehe ist vielmehr vergleichbar mit einer spannenden, ermüdenden, stürmischen, luftstillen und langweiligen, lustvollen, schlauchenden, erhebenden und niederschmetternden Durchquerung eines Ozeans, mit Meutereien (denken Sie an Ihre Kinder), Seeschlachten (denken Sie an Ihren letzten Ehestreit), Stürmen (denken Sie an Ihre Schwiegermutter) und Untiefen (denken Sie an sich selbst).
Oder mit einem Wort: Ehe und jede andere eheähnliche Beziehung ist Arbeit. Knochenarbeit. Wir verwechseln oft  Liebe mit Verliebtsein und wundern uns, warum uns die Liebe nicht zufällt, wie das Verliebtsein uns in den ersten Tagen zugefallen ist. Ganz von selbst, so ganz ohne Mühe.
Und hier meine These: Wenn es mit dem Sex nicht stimmt, stimmt was mit der Liebe nicht. Ich glaube, dass das Verliebtsein nur so etwas wie ein Vorgeschmack ist von dem Ziel, das die Liebe sich erarbeiten will. Dass die sagenhafte Erotik, der heiße Sex und das kribbelnde Gefühl in der Magengegend ein Versprechen sind, das sich durch die Liebe in der Ehe einlösen lässt.

Unser Problem ist, dass sich diesem Ziel einige Romantikkiller in den Weg stellen. Ich bin jetzt 7 Jahre verheiratet und deswegen selbst schon einigen dieser Romantikkiller auf die Spur gekommen:

Romantikkiller Nr. 1: Die Macht der Gewohnheit
Ich kann mich gut erinnern, als wir unsern neuen VW-Bus gekauft haben. Ich fand immer einen Grund, mit dem Auto zu fahren. Wir passten unheimlich auf, dass das Auto sauber bleibt. Es lag sogar Schaufel, Besen und Fußabstreifer hinter der Schiebetür. Aber mit der Zeit wurde uns das egal. Inzwischen ist unser Bus ein fahrender Mülleimer geworden ? wen juckt's?
Leider behandeln wir Menschen manchmal genauso wie unsere neuen Autos, besonders unseren Ehe- oder Lebenspartner. Man hat sich an ihn gewöhnt. Das Eheleben wird flach wie eine Pizza. Überlegen Sie, was Ihnen früher alles bei Ihrem Partner aufgefallen ist: die neue Frisur, der schöne Körper, die kleine Träne, die Mühe, die sie sich mit dem Essen gemacht hat, und das gelungene Make ? up. Oder wie Sie ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben. Und heute? Gewohnheit zeugt Faulheit und Faulheit Langeweile. Tel Aviv - wie die Franzosen sagen!

Romantikkiller Nr 2: Ein falsches Gefühl der Sicherheit
Was habe ich gerackert, um die Aufmerksamkeit meiner Frau auf mich zu ziehen! Selbstgebackenes, Blumen, lange Spaziergänge, Gespräche und stille Augenblicke. Antonio Banderas ist gegen manchen Markus, Josef oder Horst aus unseren Reihen hier ein absoluter Liebestöter. Ich habe seitenweise Briefe geschrieben, ich, der das eigentlich haßt. Und heute?
Ich habe die Befürchtung, dass viele von uns Männern die Ehe als eine Aufgabe ansehen, die wir eben bewältigen müssen. Wenn wir uns unsere Braut, die Beute, erst einmal gesichert haben, lösen sich unsere Werbetechniken in Wohlgefallen auf: Umgangsformen, Blumen, Liebesgedichte und nette Einladungen zum Essen ? alles Vergangenheit. Sie waren Teil der Jagd. Dieser Job ist erledigt, wenden wir uns der nächsten Herausforderung zu. Aus der Liebe zur Frau wird die Liebe zur Arbeit, zur Karriere. Ich glaube, dass diese neue Liebe zur Karriere bei den meisten von uns Männern der Romantikkiller Nr. 1 ist.
Aber auch viele Frauen verändern sich nach dem Hochzeitstag, erst recht, wenn die ersten Kinder da sind. Kennen Sie dieses Wesen, das immer mit verschmierten, unförmigen Sweatshirts rumläuft, nach Babywindel duftet und abends erschöpft vorm Fernseher einschläft? Irgend jemand hat dieses Wesen einmal genannt: das Mutti. Vergessen Sie Pamela Anderson. Hier ist die Realität!

Romantikkiller Nr. 3: Körperliche Erschöpfung
Wann sind Menschen voller Energie? Wenn sie 20 Jahre alt sind und sich nach dem Partner fürs Leben umschauen. Die Romantik blüht, weil sie über viel Zeit und grenzenlose Energie verfügen. Man geht in der Woche 5 mal aus. Unterhält sich bis 2 Uhr morgens. Trifft sich anschließend zum stundenlangen Brunch, - aber nur wenige Paare können das länger durchhalten. Spätestens mit 30 stürzt der Energiepegel ab, besonders bei Männern, während die Frauen plötzlich zu erschreckender Hochform auflaufen, vor allem was Sex anbelangt.
Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Verpflichtungen schwindelerregende Ausmaße annehmen: Karriere, Kinder, Probleme mit den Nachbarn, der Schule, den Verwandten, ehrenamtliche Verpflichtungen. Und dann schaut man in den Spiegel und sieht, dass der Körper auch seine Zeit fordert, will man nicht wie Helmut Kohl enden.
Und dann liegt man abends im Bett und denkt, wie schön war es doch beim letzten Mal. Eigentlich könnten wir mal wieder. Eigentlich sollten wir mal wieder. Was wird nur aus unserer „Luther ? Quote?“ Und ehe man sich´s versieht, wird aus Schlafmangel Beischlafmangel. Schnarch, schnarch...

Sie können bestimmt noch mehr Romantikkiller aufzählen, die das Knistern aus Ihrer Beziehung vertrieben haben. Und Ihr Partner wird noch einige drauflegen. Und damit wären wir schon bei den besten Gegenmittel gegen diese Killer. Wollen Sie es wissen? Wirklich?
Das erste Gegenmittel gegen diese Killer heißt:

1. Gegenmittel: reden, reden, reden.
Mist, oder? Genau das, was gerade uns Männern am schwersten fällt. Eine Frau hat es mal so ausgedrückt: »Mein Mann ist eine geheimnisvolle Insel. Ich kreise ewig um ihn, aber nie finde ich einen Strand, wo ich landen könnte.«
Gerade wir Männer müssen wieder reden lernen: über alles und jeden, wichtige Dinge, banale Dinge, erfreuliches, beunruhigendes...  Romantik beginnt damit, dass man miteinander redet.
a) Reden Sie erstens über das, was sie tun, Ihre Arbeit. Was haben Sie erlebt? Welche Aufgaben mussten Sie bewältigen? Welchen Mist mussten Sie sich vom Chef anhören? Und ganz wichtig: Was hatte Ihre Arbeitskollegin an? Und an die Frauen: Reden auch Sie über Ihre Arbeit, den Job, den Haushalt, die Schwierigkeiten und die schönen Erlebnisse ihres Tages.
b) Reden Sie zweitens über Ihre Träume. Was bewegt Sie in Ihrem Innersten? Welche Ziele haben Sie sich gesetzt, für Ihren Job und Ihre Familie, welches Auto oder welche Möbel Sie sich unbedingt als nächstes anschaffen müssen ...
c) Reden Sie über das, was Sie fühlen. Dieser Punkt fällt mir am schwersten, denn meistens weiß ich selbst nicht, was ich fühle. Ich habe nie darauf geachtet. Aber ich musste es lernen. Woher soll mein Partner wissen, was in mir abgeht, wenn ich ihr es nicht sagen kann?
d) Und wohl die härteste Nuss: reden Sie über Sex. Woher soll der Partner wissen, wie ich un-seren Sex empfinde? Was wir besser machen können? Warum ich gerade keine Lust habe?
Alle vier Punkte gelten für Männer und Frauen, aber wir Männer haben es mit dem Reden schwerer.

2. Gegenmittel: wertschätzen, wertschätzen, wertschätzen.
a) Für die Frauen: Sagen Sie es Ihrem Mann, wie sehr sie ihn schätzen.  Der kleine Junge in uns kann nie genug Wertschätzung kriegen. Ich glaube, dass wir ohne die Wertschätzung unserer Frau noch mehr verkümmern werden.
Für die Männer: Das gilt genauso für das kleine Mädchen in unseren Frauen.
Wertschätzen Sie erstens ihre und seine Arbeit. Sagen Sie ihrem Partner, ihrer Partnerin, dass Sie stolz auf ihn / auf sie sind, auf das, was er geschafft hat und was er darstellt. Das Leben ist hart und bietet wenig Erfolgserlebnisse. Unser Partner braucht mindestens einen Fan: Sie.
b) Wertschätzen Sie zweitens seine / ihre Meinung. Gerade wir Männer müssen das zuhören lernen. Aktives Zuhören. Nicht schnell unterbrechen. Uns nicht gleich mit ihren intuitiven Lösungen überrennen lassen, sondern warten, bis wir unsere Gedanken logisch geordnet haben. Wertschätzen der Meinung des anderen beginnt mit dem Zuhören, aufeinander hören.
c) Wertschätzen Sie drittens seine Körperlichkeit.
Für Frauen: Zeigen Sie Ihrem Partner, dass er in seiner Männlichkeit von Ihnen akzeptiert und gewollt wird. Zeigen Sie ihm, dass seine Lust auf »nur das Eine« okay ist! Ich glaube, dem Macho in uns tut es einfach gut, wenn er akzeptiert, ja geschätzt und geachtet wird. Täusche ich mich, wenn ich glaube, dass für viele Männer ein großes Problem ist, dass sie den Eindruck haben, ihre Frau will überhaupt nichts von ihnen ? außer reden.
Für Männer: Wertschätzen Sie ihre Weiblichkeit, sagen sie ihr, dass Sie sie schön finden und begehrenswert, beachten Sie immer ihre Kleidung, ihre Frisur....das ist nicht leicht, ich weiß.

3. Gegenmittel: Nicht aufrechnen, sondern vergeben
Wir entdecken im Laufe der Jahre Seiten an uns und am anderen, die uns nicht gefallen. Es wird - wie überall, wo wir zusammen leben - auch passieren, daß wir uns die nötige Achtung und Liebe nicht schenken, daß wir statt aufeinander zuzugehen aufeinander losgehen, verächtlich übereinander reden oder denken. Wo wir zwischenmenschliche Beziehungen eingehen, werden wir auch aneinander schuldig. Gegenseitige Verletzungen, Enttäuschungen, Lieblosigkeiten, - sie geschehen, selbst beim besten Willen der beiden Partner.
Wenn wir sie nicht verhindern können, kommt es umso mehr darauf an, wie wir damit umgehen.
Wir Christen haben hier ein unvergleichliches Rezept: Nicht aufrechnen, sondern vergeben.
Dazu eine Geschichte aus der Bibel. Eine Beziehungsgeschichte zwischen zwei Männern, den Freunden Petrus und Jesus. Petrus hatte alles aufgegeben für Jesus, Beruf, Heimat, Familie. Er merkte, daß er sich auf etwas ganz neues, ihm völlig unbekanntes eingelassen hat. Und er wollte wissen, was da auf ihn zukommt, wie er diese neue Beziehung zu Jesus und damit auch die Liebe, zu Jesus und damit auch zu Gott am Leben erhält.

Und deshalb hat er Jesus gefragt: Meister, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Und Jesus hat ihm geantwortet: “Mein Freund Simon Petrus, ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

Mit anderen Worten: Du sollst nicht aufrechnen, sondern vergeben. Das, worauf du dich einläßt, die Liebe, das neue Leben, das kannst du nicht berechnen, kalkulieren, aufwiegen. Jedesmal, wenn einer dir gegenüber schuldig wird, bist du von neuem gefordert, so wie beim ersten mal ihm zu vergeben. Sobald du versuchst, aufzurechnen, hast du schon es verloren.
Nicht aufrechnen, sodnern vergeben: Aber Vorsicht! Eines ist nicht gemeint: Probleme unter den Tisch kehren oder bagatellsieren. Gerade Frauen haben von klein auf gelernt, über ihre eigenen Bedürfnisse hinwegzuschauen, von sich selber abzusehen und für die anderen da zu sein.
Für uns Männer ist das bequem. Das haben wir von klein auf gelernt, dass die Frauen für uns arbeiten, ausgleichen, aushalten. Aber so ist das nicht gemeint: nicht aufrechnen, vergeben. Vergeben führt nicht zu einem falschen Frieden. Wo Zoff ist, müssen Fronten geklärt werden, muß auch mal einer türknallend ab durch die Mitte machen, dürfen die fetzen fliegen, darf es auch mal laut und hart werden, - das tut gut, auch in der Ehe.

Vergeben ist etwas anderes. Vergeben können oder den anderen um Vergebung zu bitten, setzt etwas voraus: Eine lebendige Beziehung zu Gott. Daraus kommt die Kraft und die Einsicht, dass wir gar nicht anders können als zu vergeben und den andern um Vergebung zu bitten – je nachdem.
Wenn wir mit Jesus leben, dann wissen wir, dass wir uns vor ihm nichts vormachen müssen. Wir dürfen uns mit den Augen Gottes anschauen, mit allen Stärken, aber auch mit all unsern Fehlern und Schwächen, mit unsern Abgründen und dunklen Seiten. Wir können das, weil wir wissen, dass uns Gott unvorstellbar lieb hat. Und dass er uns vergibt, wo wir seinen Ansprüchen nicht genügen – weil er uns so liebt.
Wenn ich das weiss, spüre und glaube, dann wird es leichter, diese Vergebung weiter zu schenken, an andere Menschen, auch an meinen Ehepartner. Es wird auch leichter, selbst zu seinen Fehlern zu stehen, und den Anderen um Vergebung zu bitten.
Das hört sich für einige vielleicht sehr fromm an. Aber das ist unsere große Chance: Ohne Vergebung keine Liebe. Ja, es ist sogar so: Liebe wächst, wo Vergebung herrscht.

„Reden“, „Wertschätzen“ und „Nicht - aufrechnen, - sondern – vergeben“, muten nicht gerade wie Wundermittel gegen zu wenig Sex in der Ehe an. Aber sie sind der sicherste Anfang, wie Sie wieder Liebe in Ihre Beziehung, in ihre Ehe bringen ? und damit die Romantik und den Sex.
Und das ist Gottes Plan mit uns. Die Bibel sagt: »So iss dein Brot und trink deinen Wein und sei fröhlich dabei! So hat es Gott für die Menschen vorgesehen, und so gefällt es ihm. Nimm das Leben als ein Fest: Trage immer frisch gewaschene Kleider und sprenge duftendes Öl auf dein Haar! Genieße jeden Tag mit der Frau, die du liebst, solange dieses flüchtige Leben dauert, das dir Gott geschenkt hat« (Prediger Salomo 9, 7.8.9).
Gott möchte nichts lieber, als dass Ihr Leben gelingt.

Fassen wir all die vielen Worte in einen Satz zusammen: Wenn Sie besseren Sex in Ihrer Ehe haben wollen, dann arbeiten Sie an Ihrer Liebe. Sie können es natürlich auch mit den drei P's versuchen ? Pornos, Peitschen und Potenzpillen - an Ihrer Unzufriedenheit mit dem Sex wird es meiner Ansicht nach nichts ändern. Wetten?

p.s.: Wenn Sie Fragen zur Predigt haben, versuchen wir gerne, sie zu beantworten.
Evang. Pfarramt Ludwigsmoos, Ludwigstr. 145, 86669 Ludwigsmoos
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