| Russlandreise 2002 |
Im August 2002 haben sich endlich 9
Begeisterte gefunden und das Unternehmen "Russland" gestartet.
Organisiert und koordiniert von Heinz Kirschner und Alexander Mannweiler haben
wir uns aufgemacht und die weite Reise (ca. 1.000 km östl. von Moskau am Fluss
Kama) angetreten. Hier besteht mit der Werksmannschaft von Kamaz (Stammsitz
einer der größten LKW-Hersteller der Welt) seit 1997 ein freundschaftlicher
Austausch .
Von München mit dem Flugzeug über Stockholm nach Moskau. Einquartiert in das
Firstclass Hotel "Russia" am Roten Platz mit 6.000 Betten haben wir
bei einer ausführlichen Besichtigungstour mit Stadtrundfahrt sämtliche
Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen. Der kurze Weg vom Hotel zum Roten
Platz mit Kreml, Lenin-Mausoleum und dem berühmten Kaufhaus Klum hat es uns
ermöglicht, zu Fuß die interessantesten Bauten und Sehenswürdigkeiten zu
besichtigen. Der ganze Aufenthalt war bestens von unseren russischen Freunden
vorbereitet worden und hat uns keine größeren Verschnaufpausen gegönnt. Die
Besichtigungstour mit deutscher Führerin hat uns einen Gesamtüberblick zur
Hauptstadt vermittelt. Abends ging's weiter mit der Sibirischen Eisenbahn nach
Kazan. Beeindruckt von Komfort und Bequemlichkeit (Schlafwagen mit Service und
Speisewagen mit bester russischer
Küche) haben wir 1000 km gutgelaunt und bestens gestärkt überstanden. In
Kazan wurden wir herzlich empfangen von Viktor und Euvgeny, die uns die ganze
kommende Zeit als Privatführer betreuten. Stadtbesichtigung in Kazan (1,2 Mio.
Einwohner) der Hauptstadt von Tartastan war natürlich inbegriffen.
Mit einem Kamaz-Bus ging die Reise 4
Stunden weiter auf
dem Landwege nach Nabereznyje Celny (700.000 Einwohner). Die Stadt wurde erst
1974 bebaut, um ausreichend Wohnraum für die einst 100.000 Beschäftigten des
Werkes Kamaz zu bieten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion mussten massiv
Arbeitplätze abgebaut werden. Heute beschäftigt das Werk ca. 55.000
Mitarbeiter. Die Arbeitslosenquote liegt bei 20 %. In Celny wurden wir schon
sehnsüchtig von den anderen Freunden auf einer Datscha am Fluss Kama erwartet.
Wir wurden überrascht von einer unbeschreiblichen russischen
Gastfreundlichkeit, die uns die gesamte Reise über begleitete. Bei köstlichen
russischen Spezialitäten und natürlich reichlich Wodka wurde das bevorstehende
Programm besprochen. Unter Anderem wurde das Kloster "Monastry
Raifski", das durch seine heiligen Quellen berühmt ist, besichtigt.
Volleyball war natürlich auch im Programm: Das Sportamt der Stadt hatte extra
einen Pokal gestiftet, den es in zwei Begegnungen zu gewinnen galt. Unter den
Augen zahlreicher Zuschauer, von denen einige mit dem Schlachtruf
"Deutschland, auf geht's" uns unterstützten, was jedoch nicht ganz
ausreichte, ging das erste Spiel sehr knapp erst im Tie Break knapp verloren.
Auch die zweite Begegnung einen Tag später war hart umkämpft. Auch an diesem
Tag gingen die Gastgeber als Sieger hervor und sicherten sich den Pokal. Sowohl
die Spiele als auch viele unserer Besichtigungstouren wurden hautnah vom lokalen
Fernsehsender begleitet. Die Bilder und Interviews konnten wir bei mehreren
Reportagen im russischen Fernsehen betrachten. Nach den Spielen gab es jeweils
ein gemeinsames Abendessen sowie echte russische Sauna. Eine Massage mit
Birkenreisig, ein echter Genuss, macht die müden Glieder wieder munter
für den nächsten Tag. Die grandiose Skyline der Stadt und das angrenzende
Umland wurde bei einem Bootsausflug auf dem Fluss Kama, der mit 3km Breite ein
beachtlicher Strom ist, bewundert. Zum Abschluss gab es noch eine Abendgala,
diesmal mit den Frauen der russischen Freunde mit Tanz, Variete und Bauchtanz.
Bei excelenten Fischspezialitäten und natürlich Wodka bedanken sich beide
Seiten mit amüsanten Trinksprüchen für die gelungenen und perfekt
organisierten Veranstaltungen. Am letzen Tag hatten wir noch die Möglichkeit
das Werk Kamaz zu besichtigen. Der Entwicklungschef persönlich präsentierte
und das Siegerfahrzeug der diesjährigen Rallye Paris-Dakkar. Alle waren stark
beeindruckt von dem 870 PS starken und 185 km schnellen LKW-Boliden. Auf einem
riesigem Fabrikareal konnten wir hautnah die Entstehung eines Kamaz-Truk
verfolgen. Angefangen bei den Frässtationen der Gusskomponenten über den
Motorenbau bis zur Endmontage und Qualitätskontrolle der Fahrzeuge erhielten
wir einen sehr informativen und beeindruckenden Einblick ins Werk.
Im Anschluss nach einem gemeinsamen Mittagessen stand noch der Besuch auf einer Datscha
auf dem Programm, wo wir wieder mit einer Freundlichkeit und Gastlichkeit
empfangen wurden, die seines Gleichen sucht. Danach hieß es Abschied nehmen.
Mit dem Versprechen sich bald wieder zu treffen verließen wir unsere russischen
Freunde. Mit dem Bus ging es die bereits bekannte Strecke zurück nach Kazan.
Morgens um 4 Uhr ging unser Flugzeug nach Petersburg, der letzten Station
unserer Reise. Hier sollte uns Nelly, eine Schwester eines unserer Freunde,
empfangen. Petersburg, auch Venedig des Ostens genannt, hat uns sofort
fasziniert. Eine wunderschöne Stadt mit aufwendig restaurierten alten Gebäuden
und Kirchen. Nelly, was war auch anderes zu erwarten, hatte ein überaus volles
Programm für uns zusammengestellt. Kaum angekommen ging's auf zur
Stadtrundfahrt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Peter und Paul
Festung, St.Isaac's Kathedrale, Volodarsky Brücke, Alexander Nevsky Brücke,
Sommergarten und Peters Sommerpalast und vieles mehr. Danach ein vulminates
Abendessen. Am zweiten Tag stand der Besuch am Peterhof auf dem Programm. Der
Sommersitz von Peter I wurde 1705 gebaut, ist noch bedeutend schöner und
größer als die in Bayern bekannten Schlösser unseres "Ludwigs".
Gold, Prunk, Springbrunnen und Wasserspiele soweit das Auge schauen kann.
Einfach ein Augenschmaus . Der Nachmittag ist verplant mit "Kunst".
Eines der weltgrößten Museen der Welt, die "Hermitage" steht auf dem
Programm. Gegründet im Jahr 1764 beherbergt sie in den Räumen des Winter
Palace , der Kleinen, Alten und Neunen Hermitage ca. 3 Mio Exponate (Bilder,
Skulpturen, Münzen, etc). Die Hermitage von Petersburg fesselt uns, aber
wir sind auch ganz schön geschafft. Abends genießen wir die traumhaften Blicke
auf eine beleuchtete Stadt bei einer Bootsfahrt. Nachts um 1 Uhr werden nämlich
die Brücken der Stadt geöffnet, damit die großen Schiffe in die Stadt fahren
können. Ein sehr romantisches und beeindruckendes Ereignis. Am nächsten Tag
erkunden wir die Stadt die auf sieben Inseln gebaut ist, mit der Metro. Auf der
Hauptstraße "Nevsky Prospekt" pulsiert das Leben. Man kann kaum
Unterschiede feststellen zwischen Peterburg und einer westlichen Hauptstadt. Wir
genießen einen etwas ruhigeren Nachmittag in Mitten des Trubels bei schönstem
Wetter. Abends hat Nelly noch eine besondere Überraschung parat. Zum Abendessen
in einem sehr gemütlichen Lokal gibt es russische Folklore. In lockerer
Stimmung genießen wir den letzen Abend in der traumhaften Stadt.
Am nächsten Morgen geht es mit dem Bus zum Flughafen und wir fliegen über
Koppenhagen zurück nach München. Trotz der doch sehr anstrengenden vergangen
Tage, sind sich alle einig: Es war eine super Reise mit unvergesslichen
Eindrücken, worauf wir noch lange und gerne zurückdenken werden.
© 08/2002 SZ / update: 08.12.02