Heinrichsheim nach dem 2.Weltkrieg

Der Fliegerangriff am 14.April 1944 der zwei Brände verursachte machte deutlich, daß es unbedingt notwendig war, dir restlichen noch fehlenden vier Feuerlöschbrunnen herzustellen. Das geht aus einer Mitteilung des Bürgermeisters an den Landrat hervor. Desgleichen wird in diesem Schreiben auch die Lieferung der bestellten Motorspritze angemahnt. 1944 trafen dann noch Rohre zum Anlegen von drei Brunnen ein. Die noch fehlenden Rohre für den letzten Feuerlöschbrunnen sollten noch nachgeliefert werden. Diese Zeit war auch die Zeit des zweiten Weltkrieges, wo viele Männer der Freiwilligen Feuerwehr Heinrichsheim zum Kriegsdienst eingezogen wurden und einige unserer Feuerwehrkameraden nicht mehr vom Feld zurückkehrten. In der Nachkriegszeit mußte dann auch seiten der Gemeinde sehr gespart werden, was manchen Wunsch an die Ausstattung der Feuerwehr, Wunsch bleiben ließ. Auf einer Versammlung 1952 wurde beschlossen, da die Übungen schlecht besucht waren, dass bei Fernbleiben von Übungen, unentschuldigtem Fehlen, eine Ordunungsstrafe in Höhe von DM 1,- anfällt. Der Jahresbeitrag betrug DM 1.- für aktive Mitglieder. Der anwesende Gemeinderat genehmigte die Instandsetzung von sechs Uniformröcken. Die Genehmigung zum Kauf eines Signalhorns, auf Antrag von Georg Graf, wurde nicht erteilt. Anschließend ist auf Wunsch aller Anwesenden, das Freibier der nicht zur Versammlung erschienenen Mitglieder unter den Anwesenden verteilt worden. Am 14. Juni 1953 feierte die Freiwillige Feuerwehr Heinrichsheim ihr 75jähriges Bestehen. 7 Uhr Weckruf der Wehr mit Blaskapelle. 11 Uhr Denksteinenthüllung für die Gefallenen des Ortes. Eine 15 Mann starke Abordnung der Feuerwehr legt einen Kranz nieder. 12.30 Uhr Empfang der Vereine. Es wurden acht auswärtige Feuerwehren erwartet. 14 Uhr Festzug am Festplatz Obstgarten Vierling. Vierling stellte den Festplatz der Feuerwehr zur Verfügung. Der Ort Heinrichsheim war festlich geschmückt mit Blumen und Fähnchen. Die Ortseingänge schmückten Triumphbögen. Als sich der Festzug wieder dem Festplatz näherte, brach ganz überraschend ein Sturm und ein wolkenbruchartige Regen los. Alle Besucher und Teilnehmer des Festes stürzten sich in das provisorisch aufgestellte Zelt. Die Ehrenjungfrauen mit einem Gedicht und ihrem Prolog, sowie die Ansprache vom Bürgermeister Rupp un Vorstand Ziegler beschlossen den ersten Teil des Festes. Das Wetter hatte doch noch ein Einsehen, so dap der unter freiem Himmel aufgestellte Tanzboden immer mit tanzfreudigen Menschen voll war. Um 24 Uhr endete das Fest programmgemäß. Auf der Sitzung vom 16. Dezember 1953 wurde die Motorspritze angesprochen, die dringend einer Überholung bedurfte. Ein Tausch der Motorspritze gegen eine kleinere wäre das beste, war die Meinung. Nach den entbehrungreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren fand de erste Faschingsball der Freiwilligen Feuerwehr Heinrichsheim nach dem zweiten Weltkrieg am 20. Februar 1954 statt. Um 19.45 Uhr Einzug des Prinzenpaares Ernst Gottschall und Emma Behr, danach erfolgte die Verleihung von Faschingsorden. Der Programmablauf sah die Aufstellung zu einer Polonaise vor, die mit viel Beifall angenommen wurde. Die Musik spielte bis zum Morgengrauen. Der Ball war ein voller Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt wurden hier regelmäßig Gartenfeste, Maitänze, Kirchweihtänze, Faschingsbälle von der Feuerwehr durchgeführt. Auf einer Vorstandssitzung am 8. Januar 1955 erklärte der Bürgermeister, dass der Kauf einer neuen Motorspritze vom Gemeinderat genehmigt wurde. Diese Motorspritze traf jedoch erst nach einem Brand am 16. April 1955 in Heinrichsheim ein. Bei diesem Brand versagte die alte Motorspritze. Der Kauf dieser Motorspritze sowie der Kauf eines Zwischendruckmessers kostete der Gemeinde 3676,- DM. Einen Zuschuß in Höhe von 500,- DM gewährte der Kreisrat. Diese Motorspritze TS8 verrichtete alleine, bis zur Anschaffung eines Feuerwehrautos im Jahre 1995, treu über 40 Jahre ihren Dienst. In der Jahreshauptversammlung am 18. Januar 1956 wurden unter Punkt Verschiedenes von Feuerwehrkameraden neue Röcke beantragt, nachdem die neu eingefärbten furchtbar ausgehen. Der anwesende Gemeinderat sah dies ein und billigte drei Röcke. Dies kann jedoch erst nach schriftlicher Eingabe an die Gemeinde vom Gemeinderat beschlossen werden. Daraufhin erklärte sich das Ehrenmitglied Josef Vierling bereit, die Uniformröke zu schneidern. Als Gegenleistung wurde pro Uniformrock schneidern ein Liter Bier ausgehandelt.


Eingangsseite (ND)