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Die Pfarrgemeinde St. Trinitas Karlskron


Karlskron liegt am Rande des Donaumooses. Der Name weist auf den Churfürsten Karl-Theodor hin, der die Trockenlegung und Kolonisierung des Donaumooses veranlasste. Karlskron war die erste Siedlung. 1991 konnten wir das 200-jährige Gründungsjubiläum feiern. Karlskron ist also eine recht junge Gemeinde, die freilich auf harte Zeiten zurückblickt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf gemausert und entwickelt und in der Gebietsreform von 1978 wurden Adelshausen und Pobenhausen – Dörfer mit wesentlich längerer geschichtlicher Tradition – eingemeindet.

Während die drei Orte politisch eine Einheitsgemeinde mit 4510 Einwohnern bilden, blieben sie hinsichtlich der kirchlichen Gliederung eigenständige Pfarreien, die in verschiedenen Bereichen bereits als Pfarreiengemeinschaft zusammenarbeiten.

Die Pfarrgemeinde St. Trinitas Karlskron

Im Folgenden sollen einige Schlaglichter zu den Anfängen und dem heutigen Stand der Pfarrgemeinde St. Trinitas Karlskron aufgezeigt werden. Besonders was die Seelsorge und das geistige Wohl betraf, waren die Kolonisten auf sich allein gestellt. Die Bitte um Lehrer und Pfarrer blieb zunächst unerfüllt. Seel-sorglich wurden die Siedler von den Geistlichen der umliegenden Dörfer versorgt. Gottesdienste wurden schließlich in einer Kapelle im „Schloss Josefenburg“, dem Wohnsitz eines wohlhabenden Siedlers (heute Anwesen Lehner) gefeiert. Dazu kamen auch Franziskaner aus Ingolstadt.

1804 wurde eine eigene Pfarrkuratie errichtet und von Pfarrkurat Adam Dietl als erstem „Pfarrer“ betreut. 1806 wurde ein Kirchenbau (nach den Plänen der Kirche Waidhofen) genehmigt und begonnen, bald aber durch die Kriegswirren unter Napoleon unterbrochen und schließlich erst 1815 vollendet. Die Innenausstattung kam aus der säkularisierten Jesuitenkirche Münchsmünster. Der Kirchweihtag ist der 24. Oktober 1815. Die ursprünglichen Hoch- und Seitenaltäre im Rokokostil gingen im Zuge verschiedener Renovierungen verloren, die Altarbilder blieben erhalten.

Bei der Innenrenovierung 1986 wurden die Darstellungen von Mariä Himmelfahrt bzw. Judith/Holofernes und Tobias/Rafael in die neu gearbeiteten Seitenaltäre eingefügt. Das Hochaltarbild zeigt in einer Anlehnung an das Gemälde von Peter-Paul Rubens (in der Pinakothek München) die Heiligste Dreifaltigkeit, nach der Kirche und Pfarrei benannt sind.

In der Reihe der Ortspfarrer und Pfarrvikare nimmt Pfarrer Josef Wintergerst eine besondere Stellung ein: Er war von 1958 – 1982, also 25 Jahre lang, Pfarrer von Karlskron. 1984/85 war Siegfried Kothmeier Pfarrvikar, bis Alfred Fottner 1985 Pfarrer von Karlskron wurde, der nun auch die Pfarreien Adelshausen und Pobenhausen zu betreuen hatte.

Von 1992 bis 2009 war Pater Dr. James Purathail Pfarrer von Karlskron. Er ging zurück in sein Heimatland Indien. Seit 2009 ist Pater Johnson zuständig für alle drei Pfarreien. Er stammt ebenfalls wie sein Vorgänger Pater Purathail aus Kerala/Indien und ist engagierter Förderer und Forderer der Einbindung von Laien in die Verkündigung und Liturgie sowie allgemein in die Gemeindearbeit. Sitz des Pfarrers und des Pfarrbüros ist Karlskron.

Allen Pfarrern sei herzlich gedankt für ihr Bemühen um die Pfarrei und für die Seelsorge an den Menschen unserer Gemeinde.

Zur Pfarrei St. Trinitas Karlskron gehören 2465 Katholiken von 3268 Einwohnern. Im Zusammenwirken von Pfarrer, Kirchenverwaltung, Pfarr-gemeinderat, hauptamtlich Beschäftigten und einer stattlichen Anzahl engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen versuchen wir eine „lebendige Gemeinde“ zu bauen. Folglich muss unser Bemühen darauf gerichtet sein, dass der Glaube und die Formen und Ausprägungen der Gläubigkeit sowie das Miteinander (gerade beim Gottesdienst!) als etwas „Belebendes“ erfahren werden kann, das in den Alltag hinein-wirkt und sich dort aus-wirkt. Von diesem Idealbild ist unsere Gemeinde sicher noch weit entfernt, aber wir sind „unterwegs“:

In unserem Liturgiekreis bereiten 35 Frauen und Männer aus den drei Pfarrgemeinden in fünf Gruppen abwechselnd alle Sonntagsgottes-dienste und andere liturgische Feiern vor.

Dankbar sind wir den Frauen und Männern, die im Kirchenchor zur festlichen Gestaltung der Gottesdienste beitragen.

Die Kommunion- und Firmvorbereitung wird mit Unterstützung durch ein Leitungsteams von Laien – meist Müttern oder Vätern – durchgeführt.

Bibelgespräche (z.T. ökumenisch) und (Bibel-)Kurse sollen helfen, glaubensmäßig „aus den Kinderschuhen“ herauszukommen und Jesu Botschaft für/in unsere/r (Alltags-)Welt zu erkennen.

Mit Freude können wir vom Krankenbesuchsdienst berichten, in dem Frauen und Männer aus den drei Pfarreien und aus unserer evangelischen Nachbargemeinde zusammenarbeiten. Gerade diese Einrichtung ist „Dienst am Menschen“, kann Kranke erreichen, unsere Verbundenheit mit ihnen ausdrücken, Zuversicht und auch Trost vermitteln.

Miteinander“ ist der Titel unseres Pfarrbriefes – und gleichzeitig sein Hauptanliegen. Erstellt vom Pfarrbriefteam aus den drei Pfarreien will er auch die Menschen erreichen, die von sich aus den Kontakt mit unserer Pfarrgemeinde (noch) nicht suchen.

Weil Pater James ein „Computer-Freak“ ist, können kirchliche Nachrichten und auch unsere Gottesdienste seit 1997 im Internet abgerufen werden. Erfreulich viele machen Gebrauch davon.

Das Jahr über versuchen wir in verschiedenen Festen und Veranstaltungen (z.B. Pfarrfest) Menschen zusammenzuführen oder auf „uns“ aufmerksam zu machen.

Im Bereich der Jugendarbeit können wir auf eine starke Ministrantenschar verweisen, freuen uns über den Kinderchor „Ohrwürmer“ und die Musikgruppe „Sternschnuppen“, bedauern aber, dass wir darüber hinaus – abgesehen vom Kath. Burschenverein – doch „auf der Stelle treten“, nachdem sich erst vor kurzem eine Jugendgruppe aufgelöst hat.

Auch im Erwachsenenbereich können wir leider nicht auf traditionelle Gruppierungen wie „Frauenbund“, „KAB“ usw. zurückgreifen. Rege sind die Kontakte innerhalb der „Schönstatt-Frauen“.

Leider verfügt unsere Pfarrgemeinde über kein Gemeindezentrum oder der-gleichen.  Deshalb sind wir dankbar, dass uns (nicht nur!) in Raumfragen sowohl Gemeinde als auch Schule sehr entgegenkommen.

Unsere Gemeinde weist keinen echten Ortskern auf, vielmehr ist sie über elf Ortsteile verstreut. Allein dadurch ist es schwierig, eine Brücke und geistige Verbindung zur Kirche zu schlagen. Hinzu kommt, dass Karlskron unmittelbar am Stadtrand von Ingolstadt gelegen interessant ist für „Häuslebauer“ und Pendler, die aber vielfach gar nicht Anschluss an die Dorfgemeinschaft suchen. Insofern ist unser Ort für manche nur eine sog. „Schlafstadt“. – Diese Gegebenheiten erschweren die Pfarrgemeindearbeit ungemein – und gleich-zeitig ergibt sich die schwierige Arbeit den Einzelnen nachzugehen.



© BD am 1.12.2011