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Karlskron

 

Denkschrift

aus dem Dienstbuch für die Freiwillige Feuerwehr Karlskron

Die freiwillige Feuerwehr in Karlskron wurde auf öfteren Antrag hohen kgl. bayr. Amtes Neuburg am 25. Dezember 1904 im Pörnbacher Hof mit 24 Mann gegründet.

Am 2. Februar 1905 wurde auf Antrag hohen kgl. bayr. Amtes die Wahl vorgenommen, für welche H. Bürgermeister Johann Götz als Wahlkommisär aufgestellt war. Als Vorstand wurde H. Johann Ferstl von Mändlfeld, als Kommandant H. Blasius Thumann von Karlsruh Gmd. Karlskron, und als Schriftführer  H. Josef  Müller von Frankenmoosen gewählt.

Die neugegründete Feuerwehr hatte aber jetzt mit dem größtem Hohn und Spott, ja sogar Feinden aller Art zu kämpfen. Als ganz besondere Gegner traten H. Josef Bayerl Beigeordneter, sowie H. Josef Wendl u. H. Josef Kornprobst beide Gemeindebevollmächtigte auf.

Durch umsichtige Läuterung aber des neugewählten Verwaltungsrates sowie ganz besonders sich um diese Wehr so verdienten H. Ehrenmitgliedes H. Albert Kriß /Lehrer:/ und des H. Bürgermeisters Johann Götz, sowie auch der kräftigen Unterstützung von Seiten hohen kgl. Bez. Amtes wurden davon Männer zu Schaden gemacht, und zwar dadurch, weil von Seiten des H. Schriftführer Müller von einem sehr gutem Wohltäter /:100Mark:/ der Kasse zugeführt, sowie am 3. Dezember 1905 durch feierlichen Empfang von 40 Mann den Gemeindebürgern eine neue Löschmaschine vor Augen geführt werden konnte, für welche sich hohes kgl. Bez. Amt zur Bezahlung durch jährliche Zuschüsse vertragsmäßig verpflichtet hat.

Gar nicht lange aber stand die neue Löschmaschine müßig in seinem  Bestimmungsort, denn schon am 24. Dezember 1905 abends 10 ½ Uhr  wurde sie aus seinem Schlummer unvorbereitet herausgenommen um zu Zeigen für was sie bestimmt sei. Denn siehe, gerade bei einem der größten Gegner der freiwilligen Feuerwehr H. Josef Kornprobst wurde durch Werfen bengalischer Zündhölzer das ganze Anwesen in kurzer Zeit in Brand gesetzt.

Oh wie dankte nun dieser so gegnerische Mann als er die Mannschaft der freiwilligen Feuerwehr im Sturm mit seiner neuen Löschmaschine zu Hilfe eilen sah. Tapfer zeigte sich vor allem die Mannschaft, tapfer zeigte sich aber auch die im ersten Gebrauch genommene Löschmaschine.

Dem unermüdlichen H. Kommandanten Blasius Thumann war es deshalb zu verdanken, dass das angrenzende Nachbaranwesen vom Feuer verschont geblieben. Der 16. September 1906, er sollte auch für ihn ein Unglückstag sein, denn als der Scheunenbrand in der Gutsverwaltung des H. Grafen Toerring in Bofzheim ausbrach. Abends 8 ¼ Uhr gab es zwischen Kommandanten und Adjutanten Zerwürfnisse im höchsten Grade, so dass H. Thumann seine Stelle niederlegte und ein anderer Kommandant gewählt werden musste.

Am 7. Oktober 1906 wurde der ehemalige Zugführer H. Leo Lang mit 20 Stimmen zum Kommandanten gewählt und es besteht bei diesem die größte Zufriedenheit nicht nur bei den übrigen Verwaltungsratsmitgliedern sondern auch bei der ganzen ihm unterstellten Mannschaft.

Da der ehemalige H. Vorstand Johann Ferstl wegen Wohnungsumzug seine Stelle niederlegte, und von den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr als Ehrenmitglied anerkannt wurde, so fiel die Wahl weil H. Bürgermeister Götz dieselbe nicht annahm auf den Gastwirtsbesitzer H. Anton Scholl, derselbe nahm sie auch an und die freiwillige Feuerwehr Karlskron hat sich einen Mann gefunden der nur für das Wohl der Feuerwehr in allem die beste Sorge trägt.