ab 1982 bis heute
3. Phase
Ab 1982 beginnt man eine einfache
Infrastruktur aufzubauen. Mit provisorischen Werkstätten wie Schreinerei, Schlosserei
und Elektrikerwerkstätte deckt man zunächst den Eigenbedarf. Eine Bäckerei stellt
die Versorgung der Bevölkerung sicher. Auf beständige Bittgesuche von P. Leeb
unterstützt der brasilianische Staat seine private Hilfsmaßnahme und baut Brücken
und eine Straße um Porto do Mato an die Zivilisation anzubinden. Das hat zur
Folge, daß nun der ganze Küstenstreifen von der Landeshauptstadt Aracaù bis
zur Bundeslandgrenze nach Bahia zum Tourismusgebiet erklärt wird. Ein Gästezentrum
mit Ausbildungscharakter soll den beginnenden regionalen Tourismus nutzen und
neue Arbeitsplätze schaffen. Das gesamte Zentrum sowie alle umliegenden Häuser
werden an eine zentrale Wasser- und Elektrizitätsversorgung angeschlossen.
4.
Phase
In den Jahren 1990 bis 1995 wird das
Zentrum in den wesentlichen Elementen vollendet. Im Jahr 1994 werden mit Hilfe
des Bundesstaates Sergipe eine weiterführende Schule, durch einen Zuschuß des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Zementziegelfabrikation,
durch eine weiter Kofinanzierung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
ein Internat und auf Kosten der Österreichischen Bundesregierung ein zusätzlicher
Kindergarten errichtet
5. Phase
Wie wird das Zentrum finanziert?
In den ersten Jahren des Aufbaus war
fast zu 100% der deutsche und österreichische Förderkreis "Brasilienhilfe P.
Leeb" gefordert. Seit 1990 beteiligt sich die EU sowohl bei Baumaßnahmen als
auch beim Bildungsprogramm. Außerdem gibt die österreichische Bundesregierung
Zuschüsse. Auch halbstaatliche, brasilianische Institutionen wie SENAI, SENAC
etc. tragen zum Ausbau und Unterhalt des Zentrums bei. Für den laufenden Unterhalt
sorgt seit 1990 bereits zu etwa 60% das Zentrum mit seinen produktiven Sektoren
wie Gästezentrum, Werkstätten und Schüler durch einen "Anerkennungspfennig".
Der soziale Bereich wie Krankenstation, Kindergarten, Schule und sozialer Wohnungsbau
werden noch auf unabsehbare Zeiten am europäischen Tropf hängen.
Die Zukunft hat schon begonnen!
In Zusammenarbeit mit dem österreichischen
Unterrichtsministerium soll in den nächsten Jahren eine Hotelfachschule neben
dem Zentrum entstehen. Da der Einzelkämpfer Leeb keinen Nachfolger hat, werden
mit der franziskanischen Familie in Brasilien Verhandlungen für eine Kooperation
geführt.
Und wo bleibt die Pastoral?
Nachdem vor der Ankunft von P. Leeb
nur ganz selten ein Priester in Porto do Mato vorbeigekommen ist, war nun wenigstens
zuerst der Sonntagsgottesdienst gewährleistet. In unregelmäßigen Abständen wurden
bisher in den Schulorten der Region am Abend gut besuchte Katechesen für Erwachsene
gegeben. Inzwischen arbeiten mit dem Pater auch zwei Pastoralassistenten in
der Seelsorge mit. Die Zusammenarbeit mit der franziskanischen Familie läßt
hoffen, daß für die Zukunft ein intensives Gemeindeleben möglich sein wird.